Wasserschaden: Was nun ?

Wie verhalte ich mich bei einem Wasserschaden und welche Versicherungen schützen

Ein Wasserschaden in Ihrer Immobilie kann schnell sehr teuer werden, denn Wasser und Feuchtigkeit breiten sich schneller aus als man denkt. Neben Ursachen wie einer kaputten Waschmaschine, einem Rohrbruch, einem undichten Dach oder aber auch dem einfachen Überlaufen einer Badewanne, können auch Naturgewalten wie Starkregen oder Überschwemmungen, wie es erst kürzlich im Westen Deutschlands zu beobachten war, schwere Wasserschäden nach sich ziehen. Die Folge daraus sind unter anderem durchfeuchtete Wände und beschädigte Möbel. Entdecken Sie in Ihrem Gebäude einen möglichen Wasserschaden, sollten Sie schnell handeln und einen Experten zurate ziehen.

Wie verhalten Sie sich bei einem Wasserschaden richtig?

Haben Sie einen Wasserschaden entdeckt, ist schnelles Handeln zur Schadensminimierung von höchster Priorität. Wir haben für Sie eine Anleitung zusammengestellt, wie Sie sich in diesem Falle verhalten sollten. 

  • Wasserzufuhr abstellen Um zu verhindern, dass noch mehr Wasser austritt, sollten Sie zunächst sicherstellen, dass die Wasserzufuhr durch das Schließen des Hauptwasserhahns abgeschnitten wird. Haben Sie selbst keinen Zugriff auf diesen, kontaktieren Sie entweder die Hausverwaltung oder einen Installateur. In diesem Schritt sollten Sie ebenfalls die Stromzufuhr zum Schadensbereich unterbrechen, um Schäden an den Geräten zu verhindern, aber auch die Gefahr von Stromschlägen auszuschließen.

  • Wasser aufwischen bzw. abpumpen und Möbel entfernen Entfernen Sie Möbel und andere Wertgegenstände aus dem Raum, auch Metallgegenstände sollten schnellstmöglich entfernt werden, um die Rostgefahr zu minimieren. Tritt Wasser aus der Decke aus, können Sie Boden und Gegenstände, die nicht aus dem Raum entfernt werden können, mit Hilfe von Plastikplanen abdecken. Öffnen Sie zudem Fenster, um die Luftfeuchtigkeit zu verringern. Auch das Aufdrehen von Heizungen kann dabei helfen. 
  • Wasserschaden melden und erste Dokumentation Nach der Schadensminimierung sollten Sie sofort den Wasserschaden Ihrer Versicherung, und im Falle von Mietwohnungen, Ihrem Vermieter melden. Notieren Sie sich, mit wem Sie wann gesprochen haben, um Nachweise über die ordentliche Meldung des Schadens zu haben. Kontaktieren Sie zudem einen Installateur, dieser wird Ihnen helfen Ihre Wohnung schnellstmöglich wieder bewohnbar zu machen. Machen Sie zudem Fotos von den Schadensbereichen und den zu Schaden gekommenen Gegenständen, notieren Sie sich genau welche Wände feucht sind, usw. Zusammenfassend sollten Sie also stets dokumentieren, was Sie oder Andere im Zuge des Schadens für Maßnahmen getroffen haben und in was für einem Umfang diese getätigt wurden, d.h. wie viele Stunden waren Sie und/oder ein Handwerker im Einsatz, was haben Sie direkt nach dem Bemerken des Schadens getan etc.
  • Informationen zum Schaden und den folgenden (Sanierungs-)Maßnahmen sammeln Nach der Schadensmeldung sollten Sie sich über das genaue Ausmaß des Schadens informieren und durch Experten Gutachten und Tests durchführen lassen. Wichtig ist jedoch im darauffolgenden Schritt diese Gutachten und Messberichte noch einmal selbst zu überprüfen und, sollten sich Ungereimtheiten finden, Nachbesserungen verlangen. Lassen Sie sich zudem immer schriftliche Dokumente geben, denn diese sind für einen Nachweis über eine ordnungsmäßige Sanierung wichtig. Vor allem wenn Sie planen Ihre Immobilie zu verkaufen, könnten solche Dokumente von Nöten sein.

Übliche Ursachen für einen Wasserschaden und wie man diese erkennt 

Nachdem wir nun über die richtige Verhaltensweise bei einem Wasserschaden gesprochen haben, stellt sich nun die Frage, welche Ursachen einen solchen Schaden hervorrufen können. Wie schon eingangs erwähnt gibt es verschiedene Schäden die einen Wasserschaden zur Folge haben können. Daher ist es wichtig möglichst schnell herauszufinden, wo die Feuchtigkeit herkommt. Zunächst kommen wir daher auf übliche Schäden an Ihrer Immobilie zu sprechen.

  • Undichtes Dach – Vor allem bei älteren Immobilien liegt die Ursache der Wasserschäden oft an einem morschen oder kaputten Dach, doch auch bei neueren Immobilien sollten sie regelmäßig den Zustand Ihres Daches überprüfen. Vor Allem nach starken Regelfällen und Unwettern kann es sein, dass Dachziegel verrutscht sind oder gar fehlen. Es sollten aber auch Schäden am Kamin oder Lüftungsöffnungen ausgeschlossen werden.
  • Verstopfte oder kaputte Regenrinne – Warten und säubern Sie regelmäßig Ihre Regenrinnen. Gibt es ein Leck, oder kann durch die Verstopfung der Rinne durch Blätter, Moos und Schmutz das Wasser nicht mehr richtig abfließen, kann das Überlaufen der Rinne zu einem Wasserschaden führen.
  • Schaden an einer Wasserleitung – Die wohl häufigste Ursache eines Wasserschadens ist eine defekte Wasserleitung. Dabei tritt Wasser in die Wände aus und ist oft an Flecken an Decken und Wänden erkennbar. Vermuten Sie eine defekte Wasserleitung, sollten Sie sofort Maßnahmen ergreifen und Ihre Gebäudeversicherung benachrichtigen
  • Defekte Haushaltsgeräte – Neben den einzelnen Teilen des Gebäudes an sich, sollten Sie auch die Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Spülmaschinen, die mit der Frisch- und Abwasserleitung verbunden sind, regelmäßig kontrollieren. Im Verlauf der Zeit können beispielsweise die Schläuche porös und undicht werden und somit einen Wasserschaden hervorrufen 

Beachten Sie diese Punkte sollten Sie schon gut vor Wasserschäden geschützt sein. Doch was tun, wenn es wie zuletzt im Westen Deutschlands zu Starkregen und Überflutungen kommt? In den vergangenen Jahren führen starke Regenfälle immer häufiger zu vollgelaufenen Kellern und im Falle von Fluten wie zuletzt, auch zu anderen Sachschäden an der Immobilie, beispielsweise durch mitgerissenes Material wie Autos oder Bäume. Gegen Ursachen dieser Art lassen sich meist nicht vorhersehen oder gar verhindern. 

Welche Versicherung, wann greift und welche Schäden die Versicherung übernimmt ?

Grundsätzlich sollten Sie sich vor Abschluss einer Versicherung gut darüber informieren, welche durch Wasser entstandenen Schäden in der jeweiligen Versicherung inbegriffen sind. Schäden durch Fluten werden beispielsweise meist nicht von üblichen Hausratsversicherungen abgedeckt. Im Folgenden haben wir eine kurze Übersicht erstellt, die einer groben Orientierung dienen kann. 

Gebäude- und Hausratsversicherung

Diese Versicherungen übernehmen Wasserschäden an Möbeln, Haushaltsgeräten und dem Wohngebäude die durch Leitungswasser entstanden sind, normalerweise problemlos. Entstehen jedoch Schäden durch Abwasser greifen die Versicherungen nur unter bestimmten Bedingungen, die Sie Ihrem Vertrag entnehmen können.

Sturmversicherung

Diese Art von Zusatzversicherungen deckt Schäden ab, die im Zuge von Stürmen entstanden sind. Ein Beispiel dafür wäre ein Wasserschaden durch ein undichtes Dach, aufgrund beschädigter Dachziegel durch einen Sturm. Zu beachten jedoch ist, dass diese erst bei Windgeschwindigkeiten ab 60km/h bzw. Windstärke 8 greifen.

Elementarversicherung

Schäden die aufgrund von Hochwasser (Flutung von Grund und Boden durch übergetretene Gewässer), Erdbeben, Lawinen oder anderen Naturkatastrophen entstanden sind, müssen gesondert versichert werden. Nur dann werden Reparatur- und Wiederbeschaffungskosten übernommen werden.

Wasserschäden sind nie schön, aber durch regelmäßige Kontrollen und Instandhaltungen lassen sich Risiken und Kosten minimieren. Für einen umfassenden Schutz sollten Sie sowohl über eine Hausrats als auch Gebäudeversicherung verfügen und gegebenenfalls weitere Zusatzversicherungen abschließen. 

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